Heute, mit 31 Jahren, bin ich zumeist ruhig.
Immer häufiger von gelassener Ruhe durchdrungen.
Wie auf Knopfdruck kann ich von der Ruhe inzwischen jederzeit zur tiefen Ruhe umschalten.
Der Weg dahin, war sehr lang und sehr steinig - und wird immer weiter gehen.
Ich war ein aufgewecktes Kind, sehr lebhaft, aber auch sehr Hilfsbereit.
Ich half meinem Vater, Opa, Onkel und anderen unaufgefordert bei der Waldarbeit, weil es Spaß machte. Jeden Sommer, seitdem ich etwa 7 Jahre alt war bis etwa 14 Jahre, jeden Sommer gemeinsam bis zu 40 Ster Holz im Wald in Meterholz gesägt, die Stämme aus dem Wald an den Wegrand gezogen (das habe ich am liebsten gemacht) und dort aufgestapelt.
Irgendwann dann mit Opas Traktor und dem großen Anhänger das Holz nach Hause gefahren und es dort gesägt und gespalten (am zweit liebsten habe ich Holz gespalten) um es anschliessend für den Winter auf Lager zu legen.
Mit gleichaltrigen Kindern pflegte ich starke Freundschaften, allerdings verbrachte ich die Pausen in der Grundschule meistens im Gespräch mit den Lehrern an meiner Schule.
Angst war es nicht- ich war einer der stärksten und geschicktesten auf der Schule und ging grundsätzlich keiner Konfrontation aus dem Weg- warum auch, schließlich gewann ich ja fast alle.
Nein, ich fand nur die Belanglosigkeit der Themen meiner Mitschüler öde und suchte etwas "niveauvollere" Gespräche. Die Lehrer taten mir den Gefallen und so redete ich Pause für Pause mit Erwachsenen über deren Themen.
Dennoch war ich eines jener Kinder die jeden Nachmittag "draußen" waren.
Spielkonsolen? Welche Spielkonsolen?
Ich schnitzte mir mit Freunden, Pfeil und Bogen, wir rannten um die Wette, spielten Verstecken und wateten durch unseren Dorfbach, machten Klingelstreiche, spielten Cowboy und Indianer,..kurz: wir hatten jede Menge Spaß am Leben mit und in der Natur.
Bis ich 17 Jahre alt war, hatte das Leben keine große Ernsthaftigkeit zu bieten- es war einfach nur schön. Aus Alkohol machte ich mir nie etwas. Ich sah Klassenkameraden Drogen konsumieren aber ich selbst interessierte mich nicht dafür. So war es und wird es immer sein.
Geld? Besitz? Status? Marken? Das alles Interessierte mich nicht.
Klar war ich damit ein "Sonderling", zumal Klassenkameraden mit der damaligen In- Modemarke "Helly Hansen" angaben- je mehr jemand davon hatte, desto "cooler" wurde er wahrgenommen. Ich verstand diese Thematik nicht nur nicht, ich fand es auch nicht weiter wichtig. Hatte ich doch Kleidung und Schuhe zur genüge. Stand eben nur nicht "Helly Hansen" drauf sondern "C&A"- na und?
Mir war es damals wichtiger, Zeit draußen und mit freunden zu verbringen, als mich um "meinen Style" oder irgendeinen Markenkult zu kümmern.
Okay, ein paar Dinge waren da doch. Ich war der Dritte in meiner Klasse, der, damals im April 2000 ein Mobiltelefon besaß. Ich sah einen Freund mit so einem Teil und dachte damals: "Cool- egal wo du bist, du kannst dich mitteilen".
Also hob ich 100 Deutsche Mark von meinem Sparbuch (Konto hatte ich erst zu Beginn meiner Ausbildung eingerichtet) ab und ging fünfzig Meter weiter in unseren Elektronikladen im Ort. Dort besorgte ich mir für 99 Deutsche Mark ein Philipps Savvy (in Schwarz-Gelb) mit D2 Mannesmann (später: Vodafone) Mobilfunk Prepaidkarte.
Selbstverständlich nutzte ich das Gerät damals auch in der Schule und sorgte für neidische Blicke und Kommentare, mit der Konsequenz dass 2 Monate später fast jede(r) in der Klasse plötzlich ein Mobiltelefon hatte.
Sportlich war ich immer irgendwie aktiv: Leichtathlet, Pfadfinder, Ministrant, Karatekämpfer und schliesslich Fußballer, sowie fleißiger Trainingsstudio-Besucher waren die "sportlichen Stationen.
Wie erwähnt: Bis im Sommer 2000, bis zum Ende der Realschule, gab es für mich keinen "Ernst des Lebens", da das Leben meistens leicht und unbeschwert war.
dann kam die Arbeitswelt und mit Ihr so manche Hürden die mir zunächst viel Kummer bereiteten...