ICH bin wütend!!
MIR geht es schlecht!!
Hier werde ICH beleidigt!!
ICH will!
Schon tausend mal gehört. Lange selbst verwendet. Mittlerweile kaum noch. Ab und zu, aber Tendenz stark fallend.
Ich skizziere mal das folgende:
Ein Kind, ein Junge, wird geboren.
Große Augen.
Staunen.
Alles neu.
Mama.
Papa.
Diese Farben.. dieser Duft. Mama nennt das "Garten".
Wer ist denn immer dieser "Sören Maier" (ausgedacht) von dem alle reden?
ach guck... wie das klingt... mal prüfen...
"SÖREN LASS DAS, DAS IST EINE BIENE!!"
Ach... Ich bin Sören...!?
Sören Maier.
Und ich,Sören, darf das nicht, weil das eine Biene ist.
So fängt es an.....
Bei ausnahmslos jedem Menschen.
Ein Kind wird geboren, es ist quasi " ein Menschlein auf Werkseinstellung".
Dann wird es mit einer Identität ausgestattet, welche dem Kind sehr bald in Verbindung mit der Umgebung, Konventionen, Verboten und Erwartungen zu eigen wird.
Irgendwann glaubt dann das Wesen, es wäre wirklich dieser "Sören Maier".
Die Anpassung an die Identität kreiert dann problemlos das Ego.
Und auf einmal kann "Sören Maier" gutes und böses widerfahren, kann Sören Maier in "seiner" Ehre gekränkt und beleidigt werden und verteidigt sich dagegen nach Kräften.
Doch was verteidigt er denn?
Die Identität die Ihm von anderen gegeben wurde, welche je nach Weltsicht der Eltern mit unterschiedlichen Attributen und Wertmaßstäben verknüpft ist.
Das Wesen verteidigt also nicht sich selbst, sondern eine Erweiterung welche kaum etwas mit dem Wesen an sich zu tun hat.
Das war es, was Jesus meinte mit "Werdet wie die Kinder"
Ein kleines Kind bewertet nicht, es urteilt nicht: Es ist!
Ein kleines Kind kommt gar nicht auf die Idee etwas zu verteidigen da es instinktiv weiß, dass es "gut" und "böse" nicht gibt - es weiß, dass alles einfach nur sein darf und das alles gut ist genauso wie es ist.
Genau so sollten wir es handhaben- da jeder von uns sehr lange schon seine "Identität" lebt und damit Themen generiert hat, ist dies oftmals sehr schwierig und langwierig.
Aber es ist machbar.
Lasst euch nicht "beleidigen". Lasst euch nicht "in eurer Ehre kränken" - seid euch bewusst, dass alles so sein darf wie es ist und dass ihr nichts verteidigen müsst.
"Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt."
-Martin Luther-
..
ich habe mich mit dem Gedanken getragen, ja sogar einen Entwurf verfasst, der meinen Weg in der Arbeitswelt von 2000 bis heute detailliert abbildet.
Ich habe mich dagegen entschieden, dies öffentlich zu machen.
Denn: Was soll es bewirken? Ich trage längst keine Wut, keinen Hass oder sonstige negativ besetzte Emotionen in mir. Das kann ich mittlerweile sagen.
Lange aber, hat mich das persönlich stark beeinflusst und eingebremst.
Ich habe Korruption, Ungerechtigkeiten, Betrug und Feindseligkeiten im Übermaß erlebt, immer als Opfer dieser Mechanismen, welche mich durch die ersten 12 Jahre meines Arbeitslebens begleitet haben.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Lektionen die ich bekam, allesamt, so hart und "ungerecht" sie zunächst auch schienen, im Rückblick alle etwas gutes in sich trugen.
Als der Geist starr und die Erwartungen an andere (welche nur eine Spiegelung meines Wesen im Außen sind) sehr hoch waren, erlebte ich, wie die Resonanz darauf ausfallen kann. Das gefiel mir natürlich nicht. Deshalb leistete ich lange erbitterten Widerstand.
Bis ich begriff.
Je mehr ich lernte, je mehr ich Einsicht in die Natur des Seins bekam, desto offensichtlicher wurde es, dass alle Themen mit denen ein Mensch im Laufe seines Lebens konfrontiert wird, in der Dosierung kommen, in der er es ertragen kann. Kann. Nicht muss. Kann.
Ob man dann aber diese Eigendynamik und den "Wink mit dem Zaunpfahl" aber auch erkennt und daraus etwas gutes transformieren kann, das ist noch einmal eine andere Sache.
Mir ist das schon zu einem großen Teil geglückt.
Ich kann immer noch "sauer" werden, kann immer noch kurz "an die Decke" gehen, aber die zerstörerische Wirkung die hinter der Emotion lauert, ist davon längst (weitestgehend) losgelöst.
Das ist auch der Knackpunkt: Nicht die Emotion an sich- ohne Emotionen sind wir Roboter. Sondern die Wirkung der Emotion. Meine Emotionen fließen mehr und mehr, sie treffen kaum noch auf Widerstand.
Nebenbei ergab sich durch nicht aufgelöste Themen auch eine Jahrelange Konsumsucht, die mich beinahe ruiniert hätte. Dann kamen auch noch Hilfestellungen von Kollegen und bekannten dazu die es nur gut meinten, wodurch alles aber noch verstärkt wurde.
Doch die zugrunde liegenden Themen habe ich vor ein paar Monaten nach langem Lernprozess erfolgreich auflösen können. Ich ließ vieles los, was dann zu mir zurückkam, ohne dass ich damit je gerechnet hätte.
Das hat mir die Wahrheit zum Thema "Loslassen" gezeigt.
Im Jahre 2012 habe ich einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung gemacht.
Seit August 2012 bin ich durch eine Fügung des Schicksals bei einem Arbeitgeber, wo ich mich seither wirklich wohl fühle, wohl fühlen darf, und wo keinem Arbeitstag ein Schrecken innewohnt. Im Gegenteil: Ich freue mich auf die Arbeit!
Ich freue mich nach wie vor täglich darauf meinen bescheidenen Beitrag zu leisten, den Mandanten zu helfen und in einem grandiosen Umfeld mein Bestes zu geben.
Dennoch habe ich nicht vergessen, dass die Arbeit, so schön sie auch ist, nur das Gerüst des Alltags bildet.
Durch diese neue Arbeit hatte ich plötzlich auch die Erkenntnisse, was alles an Baustellen bei mir persönlich existiert und konnte diese methodisch und Schritt für Schritt angehen.
Auf meinem Weg begleiteten mich u.a. seit ich 12 Jahre alt war, (also seit fast 20 Jahren- ich bin Jahrgang 1982) die Bücher von Edgar Cayce sowie die Bibel, der Koran, die Bücher des Dalai Lama XIV, die Biographie von Mahatma Gandhi, dazu noch sämtliche Bücher von Dan Millman und "Jetzt" von Eckhart Tolle sowie -in der wichtigsten Phase meiner Entwicklung- das wertvolle Buch von Matthias Exl.
Als die Veränderungen vor Jahren begannen, war (und ist bis heute) mir meine Partnerin Meli eine wertvolle Hilfe, teilweise ohne es zu ahnen. Es passierten Dinge die mir weiterhalfen.
Sehr wertvolle Hilfe erhielt ich überdies von einer gemeinsamen Freundin, Jenny, welche sich in großen Stücken mit Schamanismus und ganz besonders Heilung im Allgemeinen befasst. Sie ist jünger als ich, aber Sie versteht es meisterhaft, den Finger in die Wunde zu legen und einem damit intuitiv den Weg zu weisen, den man sich dann zu gehen entscheiden kann.
Als ich den Entschluss fasste, mich weiterzuentwickeln, begann eine Kettenreaktion die bis heute anhält und vermutlich niemals enden wird.
Dafür bin ich aus tiefstem Herzen dankbar.
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Geschichte vermitteln, um den Grundstein für meine Blogs zu legen, welche folgen werden.
Ich möchte einfach etwas weitergeben.
Vielleicht auch dem oder der einen oder anderen helfen.
Genau wie mir selbst.
Heute, mit 31 Jahren, bin ich zumeist ruhig.
Immer häufiger von gelassener Ruhe durchdrungen.
Wie auf Knopfdruck kann ich von der Ruhe inzwischen jederzeit zur tiefen Ruhe umschalten.
Der Weg dahin, war sehr lang und sehr steinig - und wird immer weiter gehen.
Ich war ein aufgewecktes Kind, sehr lebhaft, aber auch sehr Hilfsbereit.
Ich half meinem Vater, Opa, Onkel und anderen unaufgefordert bei der Waldarbeit, weil es Spaß machte. Jeden Sommer, seitdem ich etwa 7 Jahre alt war bis etwa 14 Jahre, jeden Sommer gemeinsam bis zu 40 Ster Holz im Wald in Meterholz gesägt, die Stämme aus dem Wald an den Wegrand gezogen (das habe ich am liebsten gemacht) und dort aufgestapelt.
Irgendwann dann mit Opas Traktor und dem großen Anhänger das Holz nach Hause gefahren und es dort gesägt und gespalten (am zweit liebsten habe ich Holz gespalten) um es anschliessend für den Winter auf Lager zu legen.
Mit gleichaltrigen Kindern pflegte ich starke Freundschaften, allerdings verbrachte ich die Pausen in der Grundschule meistens im Gespräch mit den Lehrern an meiner Schule.
Angst war es nicht- ich war einer der stärksten und geschicktesten auf der Schule und ging grundsätzlich keiner Konfrontation aus dem Weg- warum auch, schließlich gewann ich ja fast alle.
Nein, ich fand nur die Belanglosigkeit der Themen meiner Mitschüler öde und suchte etwas "niveauvollere" Gespräche. Die Lehrer taten mir den Gefallen und so redete ich Pause für Pause mit Erwachsenen über deren Themen.
Dennoch war ich eines jener Kinder die jeden Nachmittag "draußen" waren.
Spielkonsolen? Welche Spielkonsolen?
Ich schnitzte mir mit Freunden, Pfeil und Bogen, wir rannten um die Wette, spielten Verstecken und wateten durch unseren Dorfbach, machten Klingelstreiche, spielten Cowboy und Indianer,..kurz: wir hatten jede Menge Spaß am Leben mit und in der Natur.
Bis ich 17 Jahre alt war, hatte das Leben keine große Ernsthaftigkeit zu bieten- es war einfach nur schön. Aus Alkohol machte ich mir nie etwas. Ich sah Klassenkameraden Drogen konsumieren aber ich selbst interessierte mich nicht dafür. So war es und wird es immer sein.
Geld? Besitz? Status? Marken? Das alles Interessierte mich nicht.
Klar war ich damit ein "Sonderling", zumal Klassenkameraden mit der damaligen In- Modemarke "Helly Hansen" angaben- je mehr jemand davon hatte, desto "cooler" wurde er wahrgenommen. Ich verstand diese Thematik nicht nur nicht, ich fand es auch nicht weiter wichtig. Hatte ich doch Kleidung und Schuhe zur genüge. Stand eben nur nicht "Helly Hansen" drauf sondern "C&A"- na und?
Mir war es damals wichtiger, Zeit draußen und mit freunden zu verbringen, als mich um "meinen Style" oder irgendeinen Markenkult zu kümmern.
Okay, ein paar Dinge waren da doch. Ich war der Dritte in meiner Klasse, der, damals im April 2000 ein Mobiltelefon besaß. Ich sah einen Freund mit so einem Teil und dachte damals: "Cool- egal wo du bist, du kannst dich mitteilen".
Also hob ich 100 Deutsche Mark von meinem Sparbuch (Konto hatte ich erst zu Beginn meiner Ausbildung eingerichtet) ab und ging fünfzig Meter weiter in unseren Elektronikladen im Ort. Dort besorgte ich mir für 99 Deutsche Mark ein Philipps Savvy (in Schwarz-Gelb) mit D2 Mannesmann (später: Vodafone) Mobilfunk Prepaidkarte.
Selbstverständlich nutzte ich das Gerät damals auch in der Schule und sorgte für neidische Blicke und Kommentare, mit der Konsequenz dass 2 Monate später fast jede(r) in der Klasse plötzlich ein Mobiltelefon hatte.
Sportlich war ich immer irgendwie aktiv: Leichtathlet, Pfadfinder, Ministrant, Karatekämpfer und schliesslich Fußballer, sowie fleißiger Trainingsstudio-Besucher waren die "sportlichen Stationen.
Wie erwähnt: Bis im Sommer 2000, bis zum Ende der Realschule, gab es für mich keinen "Ernst des Lebens", da das Leben meistens leicht und unbeschwert war.
dann kam die Arbeitswelt und mit Ihr so manche Hürden die mir zunächst viel Kummer bereiteten...